Meditation Winterthur - Spiritualität - Spirituelle Krisen

Bei spirituellen Krisen werden Grenzen überschritten und bestehende Systeme aufgehoben. Dabei kann ein Ausnahmezustand eintreten, der einem psychischen Zusammenbruch gleichkommt. Die Energien, die bei spirituellen Krisen geweckt werden, haben eine unbändige Kraft. Sie können die persönliche Identität in seinen Grundfesten erschüttern und dessen vorübergehende Aufhebung bewirken. In den meisten Fällen sind Ereignisse dieser Art so tief greifend und umfassend, dass es im Leben zu einer Neuorientierung und Neuausrichtung kommt. 

Spirituelle Krisen treten vor allem dann auf, wenn aufgrund eines einschneidenden Vorkommnisses - Verlust der Arbeit, Tod eines geliebten Menschen, schwere Erkrankung, Geburt eines Kindes - das innere Gleichgewicht verloren geht und der Weg zurück ins alte System versperrt ist. Spirituelle Krisen kündigen sich in den meisten Fällen lange vor dem eigentlichen Auftreten an, hauptsächlich in Träumen aber auch körperlichen Symptomen. Häufige Begleitmerkmale sind destruktive Gefühle, unkontrollierte emotionale Ausbrüche sowie fremdartige, verzerrte Empfindungen, die sich nicht in herkömmliche psychologische Theorien einordnen lassen. Träume, die spirituelle Krisen ankündigen, haben oft Abschied und Neubeginn, Tod und Geburt, Zerstörung und Auferstehung zum Inhalt. 

Wird die eruptive Energie, die bei einer spirituellen Krise frei wird, gebremst oder fehlt ein geeignetes Gefäß, um diese aufzufangen und zu kanalisieren, kann dies einschneidende Auswirkungen haben. Im Körper kommt es zu starken Spannungen, die zu Angstattacken, Kopfschmerzen, Migräneanfällen, Atemproblemen, krampfartigen Zuständen und Kreislaufbeschwerden führen können. Im Geist tauchen finstere Gedanken und negative Vorstellungen auf, die äußerst bedrohlich sind.

Für ausführlichere Informationen zu diesem Thema siehe: Grof, Ch. u. S. (Hrsg.): Spirituelle Krisen. München: Kösel Verlag, 1990. Scharfetter, Christian: Der spirituelle Weg und seine Gefahren. Stuttgart: F. Enke Verlag, 1992. Segal, Suzanne: Kollision mit der Unendlichkeit. Bielefeld: Context Verlag, 1997.

 

Spiritualität - Meditation

Es werden zwei Arten von Meditation unterschieden: die analytische Meditation und das ruhige Verweilen. Mit der analytischen Meditation untersucht man den denkenden Geist um ein klares Verständnis seiner Natur zu erlangen. Beim ruhigen Verweilen, der eigentlichen Sitzpraxis, liegt das Schwergewicht im Beobachten, Loslassen und Nichtstun. Ob analytisch oder verweilend, Meditation bedeutet vor allem eins: den Geist so zu belassen, wie er ist, ohne etwas abzulehnen, künstlich zu erzeugen oder zu beeinträchtigen.

Der tibetische Lehrer Sogyal Rinpoche definiert Meditation als Möglichkeit, innerlich zur Ruhe zu kommen und den gestressten, rastlosen Geist, der stets überall und doch nirgends ist, heim zu nehmen. Unter Meditation wird nicht nur das Verweilen in einer bestimmten Sitzhaltung verstanden, sondern auch die spirituelle Sichtweise, die es zu festigen und im Alltag umzusetzen gilt. In der Meditation wird gelernt zu entspannen, die Energie vom Denken abzuziehen, loszulassen und innerlich Raum zu gewinnen. Friede, Stille und eine umfassende Verbundenheit mit dem Dasein wird erfahren. Grundlegende Qualitäten wie Achtsamkeit, Klarheit, Kraft, Vertrauen, Geduld, Mitgefühl und Gelassenheit werden entwickelt. Durch die Unterstützung der Meditation gelingt es besser, alltägliche Herausforderungen zu meistern und die innere Essenz, das SEIN, zu berühren.

Mehr zum Thema Meditation in: Akong Rinpoche: Den Tiger zähmen. Zürich: Theseus Verlag, 1993. Lama Gendün Rinpoche: Herzensunterweisungen eines Mahamudra-Meisters. Berlin: Theseus Verlag, 1999. Sogyal Rinpoche: Das tibetische Buch vom Leben und vom Sterben. München: O. W. Barth, 1993. Kalu Rinpoche: Geflüsterte Weisheit. Frankfurt: Krüger Verlag, 1997.

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Spiritualität - In der Fülle leben

Nachstehend eine Zusammenfassung der wesentlichen Punkte, die uns dabei unterstützen, die Weisheit des SEINs zu erwecken und das Leben zu meistern.

  1. ZWEI EBENEN DES BEWUSSTSEINS
    Gefühle, Gedanken und Erfahrungen gehören zur relativen, das SEIN, die innere Essenz, zur absoluten Ebene des Bewusstseins. Es ist wichtig, den Unterschied zu kennen!

  2. RAUM, OFFENHEIT, GLÜCK UND LIEBE IM ZENTRUM
    Der inneren Ausrichtung kommt eine ganz zentrale Bedeutung zu. Was im Zentrum unserer Aufmerksamkeit steht, bestimmt unser Fühlen, Denken und Handeln und prägt unseren Alltag. 

  3. GEFÜHLE, GEDANKEN UND PROBLEME SIND NEBENSCHAUPLÄTZE
    Gefühle, Gedanken und Probleme sind vergängliche Erscheinungen. Obwohl sie Ausdruck des SEINs sind und auf die innere Wahrheit hinweisen, dürfen wir sie nicht ins Zentrum rücken.

  4. AUF DIE HALTUNG, DIE SICHTWEISE KOMMT ES AN
    Die Welt können wir nicht ändern, unsere Haltung und unsere Sichtweise hingegen schon. Um das Leben zu meistern, benötigen wir eine offene, mutige, mitfühlende und klare Haltung. Zudem sind wir auf eine Sichtweise angewiesen, die sich auf ein fundiertes Verständnis des Bewusstseins bezieht. Erinnern wir uns: Wir haben Schwierigkeiten, weil wir keine Schwierigkeiten haben wollen und wir sind unglücklich, weil wir uns auf den denkenden Geist abstützen und das Anhaften und Abwehren des ICHs unser Leben bestimmen.

  5. WESENTLICHE FÄHIGKEITEN
    Um frei zu werden von Unwissenheit und Verblendung, sind wir auf ganz bestimmte Fähigkeiten angewiesen. Zu diesen gehören: Weisheit, Mitgefühl, Offenheit, Kraft, Klarheit, Beharrlichkeit und Geduld. 

  6. DAS SELBSTBILD ERFORSCHEN
    Es ist wichtig, dass wir wissen, wie wir uns selber sehen, woran wir glauben und was wir für real halten. Aus diesem Grund müssen wir unsere Identifikationen, Rollen, Funktionen, Annahmen, Vorstellungen, Glaubenssätze, Lebensmuster und Mythen gut kennen.

  7. DIE ZWIEBEL SCHÄLEN
    - Annehmen der Dinge, so wie sie sind.
    - Loslassen dessen, woran wir festhalten.
    - Ausrichtung auf das, was wahr ist. 

  8. DAS LEBEN - EIN ÜBUNGSFELD
    Die Erfahrungen des Tages können wir dazu nutzen, um unser Geschick im Umgang mit unseren Fähigkeiten zu verfeinern, mit den beiden Ebenen des Bewusstseins vertraut zu werden und uns selber zu erkennen. 

  9. SICH ENTSCHEIDEN
    Es ist notwendig, dass wir uns für das Glück, die Liebe, die Freiheit und das SEIN entscheiden. Tun wir dies nicht, entscheiden unsere Ängste, unsere Gewohnheiten und unsere Unwissenheit.

  10. VEREINBARUNGEN TREFFEN UND ÜBEN
    Nägel mit Köpfen machen. Dadurch dass wir uns an Vereinbarungen halten und wir im Alltag regelmäßig üben, gelingt es uns, offen und weit zu werden, alles Beengende aber auch alle unsere Dramen hinter uns zu lassen und dem, was wir sind, dem SEIN, zur Geburt zu verhelfen.